Schul- und Sportzentrum Peckelsheim setzt auf Wärme aus Biogas vom 22.07.2007
Fazit der EnergieAgentur.NRW: Eine vorbildliche, weil ökonomisch und ökologische sinnvoll Lösung, wie sie auch anderswo möglich und wünschenswert wäre.
Projekthintergrund
Das Schulzentrum im Peckelsheim mit Grund- und Hauptschule, Realschule, Hallenbad sowie drei Sporthallen stellt den weitaus größten Energieverbraucher der Stadt Willebadessen (ca. 9.000 Einwohner, Kreis Höxter) dar. Angesichts stetig steigender Energiekosten und eines absehbaren Erneuerungsbedarfs an vier der insgesamt sechs Heizkessel des Schul- und Sportzentrums, ließ sich die Stadtverwaltung im Frühjahr 2006 zwei Angebote mit alternativen Wärmeversorgungslösungen auf Basis regenerativer Energien unterbreiten.
Nach erfolgter Initialberatung der EnergieAgentur.NRW im April 2006 wurden die beiden vorliegenden Konzepte untereinander und auch mit einer konventionellen Lösung vergleichen. Das Ergebnis einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung über 15 Jahre war eindeutig:
Eine Belieferung mit Abwärme aus einer rund einen Kilometer entfernten in Planung befindlichen Biogasanlage mit Blockheizkraftwerk (BHKW) stellte gegenüber den übrigen beiden untersuchten Varianten - eine Umstellung der Wärmeversorgung auf eine zentrale Holzhackschnitzelfeuerung bzw. eine Modernisierung der Gaskessel - die mit Abstand wirtschaftlichste und auch ökologisch beste Variante dar. Die jährlichen Kosten für den Wärmebezug aus der Biogasanlage der Bio Energie Peckelsheim GmbH & Co. KG lagen nach dem Wirtschaftlichkeitsvergleich einschließlich der Kapitalkosten für die Fernwärmeleitung um rund 50% unterhalb der Kosten für die zweitbeste Lösung.
Projektablauf
Nach Vertragsunterzeichnung Mitte 2006 wurden Biogasanlage, Fernwärmeleitung und die Anbindung an die Heizungssysteme der städtischen Gebäude in der Zeit zwischen Juli 2006 und Januar 2007 durch die Projektbeteiligten umgesetzt. Das Schul- und Sportzentrum Peckelsheim wird seit Februar 2007 während der nächsten 20 Jahre weitestgehend mit umweltfreundlich erzeugter Wärme versorgt. Nur während der kalten Jahreszeit müssen die erdgasgefeuerten Gaskessel in den städtischen Gebäuden ggf. zuheizen.
Die Konzeption der Biogasanlage erfolgte durch die Biogas Nord AG, Bielefeld, und dem Ingenieurbüro Turk aus Brakel. Der Bau der Anlagentechnik wurde in weiten Teilen von Biogas Nord als Generalunternehmer durchgeführt. Das BHKW mit einer elektrischen Leistung von 500 kW stammt von der 2G Bio-Energietechnik AG aus Heek, die auch die Wartung der Maschine übernimmt.
Die periphere Technik (Maurerarbeiten, Fahrsilo, Flächenbefestigung, Entwässerung, Netzanbindung, Fernwärmeleitungsbau, sonstige Erdarbeiten usw.) wurden von einheimischen Firmen realisiert. Das Detmolder Planungsbüro IBL Ingenieur Büro Lesemann übernahm im Auftrag der Stadt Willebadessen die Planung der MSR-Technik und die Anbindung der Fernwärmeleitung an die bestehenden Heizungsverteilungen in den städtischen Gebäuden. Alle Baumaßnahmen wurden pünktlich zu Beginn des Wärmelieferungsvertrages abgeschlossen.
Die offizielle Einweihung der neuen Biogasanlage der Bio Energie Peckelsheim GmbH & Co. KG erfolgte am 30. Juni 2007 unter Mitwirkung des Bürgermeisters der Stadt Willebadessen, Herrn Bluhm, und zahlreicher Gäste.
Fazit der EnergieAgentur.NRW: Eine vorbildliche, weil ökonomisch und ökologische sinnvoll Lösung, wie sie auch in anderen ländlich geprägten Regionen in NRW möglich und wünschenswert wäre.
Kennwerte und Daten
Objektdaten
| Standort Biogasanlage |
Helmernsche Straße 22 34439 Willebadessen-Peckelsheim |
| Schulzentrum, Realschule und Hallenbad Willebadessen | Lange Torstraße/Schützenstraße 34439 Willebadessen-Peckelsheim |
Technische Daten
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Biogasanlage |
Biogasanlage mit Kraft-Wärme-Kopplung aus nachwachsenden Rohstoffen (NaWaRo) |
| Einsatzstoffe | Silomais, Grünroggen-/Wintergerste-GPS, Körnergetreide, Schweine-/Rindergülle Rindermist, Hühnertrockenmist |
| BHKW | BHKW-Motor: GE Jenbacher, Österreich BHKW-Technik: 2G Bio-Energietechnik AG, Heek Brennstoff: Biogas Installierte Leistung: 500 kW elektrisch, 1.350 kW Feuerungswärmeleistung Inbetriebnahme: 20.12.2006 |
| Stromeinspeisung |
Netz der E.ON Mitte AG, Kassel |
| Investitionskosten | Gesamtkosten (brutto)2,2 Mio. EUR |
| CO2-Einsparung | max. 1.400 t/a gegenüber bisheriger Wärmeversorgung mit Erdgas |
Wärmeauskopplung
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Jahreswärmemenge |
max. 2.000 MWh/a für Heizung und Brauchwassererwärmung Schulzentrum, Realschule und Hallenbad Willebadessen |
Quelle: EnergieAgentur NRW


